Nepal |
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Hilfseinsatz in Nepal
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Am Montag, dem 06.08.2007 erreichte mich gegen Mittag ein Aufruf der Hilfsorganisation Humedica: medizinisches Personal für einen Einsatz im Flutgebiet in Südostasien wird dringend benötigt. Dort war es nach wochenlangen heftigen Monsunregen in Indien, Bangladesh und Nepal zu gewaltigen Überschwemmungen gekommen, von denen insgesamt über 25 Millionen Menschen betroffen waren und bei denen Schätzungen zufolge ca. 6 Millionen Menschen ihr Obdach verloren haben. Die schlechten hygienischen Bedingungen und der Mangel an sauberem Trinkwasser liessen den Ausbruch von Seuchen befürchten. |
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Schwieriger Start
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Nach kurzer Überlegung und telefonischer Zusage war dann schon am Nachmittag klar, dass es am nächsten Morgen losginge. Und so starteten Dr. Ulrich Seemann aus Hambühren und ich dann am 07.08 um 7.00 ab Hannover. In München noch schnell Visa für Nepal geholt, und dann ging es los nach Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal. Am Flughafen wurden wir von unseren dortigen Kontaktpersonen, Mitgliedern der Familie Tamang, abgeholt. Schnell stellte sich heraus, dass unsere europäischen Handys in Nepal nicht funktionieren, dass das Festnetz völlig überlastet ist und die extra mitgenommenen Satellitentelefone auch ihren Dienst verweigerten. Darüber hinaus galt es, noch diverse organisatorische Schwierigkeiten zu überwinden. Erst einmal die Arbeitserlaubnis, dann der Versuch, schnell ein Visum für Indien zu bekommen, um, wie eigentlich geplant, jenseits der Grenze in einem gut ausgestatteten Krankenhaus in der Flutregion mit erheblichem Personalmangel arbeiten zu können, dann die Nachricht, dass das Einsatzgebiet auf nepalesischer Seite wegen einer Blockade nicht erreichbar sei. Auch gelang es uns nicht, unsere Medikamente aus dem Zoll zu bekommen. |
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Arbeiten bei hoher Temperatur und Feuchte
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Trotz aller Widrigkeiten gelang es uns, am 11.08. mit Arbeitserlaubnis, aber immer noch ohne Medikamente, per Flugzeug in das am meisten betroffene Gebiet, die Region um Nepalgunj im Westen des Landes, aufzubrechen. Nepalgunj ist eine recht vernachlässigte Provinzstadt an der Grenze zu Indien. Sie liegt im Terai, einer fruchtbaren, aber sonst aufgrund der klimatischen Bedingungen sehr lebensfeindlichen Tiefebene, die erst durch umfangreiche Spritzaktionen in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in größerem Umfang besiedelbar wurde. Das Klima ist feuchtheiß mit Tagestemperaturen um 50°C und fast 100%iger Luftfeuchtigkeit. Auch die Nächte bringen nur wenig Abkühlung. |
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Viele Hilfsbedürftige, widrige Bedingungen
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Nach der Ankunft ging es dann sofort in einem Allradjeep und mit Dolmetscher ins Einsatzgebiet. Die Flut hatte sich inzwischen zurückgezogen, zurück geblieben waren schlammige, fast unbefahrbare Wege und viele Menschen, die alles verloren hatten und sich nun in Behelfsunterkünften sammelten. |
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Glück im Unglück
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Nach 2 Tagen ging es dann weiter in das von der Flut erheblich betroffene Dorf Tarruva, dessen Zufahrt durch den Dschungel nicht minder abenteuerlich war. Hier passierte dann auch, wovor sich alle gefürchtet hatten: der Allradjeep rutschte mit einer eleganten Bewegung in einen Wassergraben und nur ein zufällig herumstehender Baum verhinderte Schlimmeres. |
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Einsatz im Schlamm - Hilfe durch UN
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In der darauffolgenden Nacht setzten wieder schwere Monsunniederschläge ein und die Provinzstadt Nepalgunj stand erneut unter Wasser. Der Zugang zu unseren ersten Einsatzortenmwurde unmöglich. Auf Anraten der UN begaben wir uns auf den Weg weiter nach Westen, wo ersten Meldungen zufolge noch viele Menschen in abgelegenen Gebieten auf medizinische Hilfe warteten. Es hatte dort schon Fälle von Cholera und Typhus gegeben. Nach mehrstündiger Fahrt und Überquerung eines recht grossen Flusses über eine Furt erreichten wir so unser neues Einsatzgebiet, eine deltaähnliche Schwemmlandschaft um den Ort Tharurkdwara. Wir fanden glücklicherweise ein festes Quartier in einer im nahegelegenen Royal Bardia National Park gelegenen Urwaldlodge. Schnell stellte sich heraus, dass unsere neuen nepalesischen Handys hier kein Netz mehr hatten und auch keine Festnetzverbindung nach Kathmandu herzustellen war. Die einheimischen Verantwortungsträger (Medical health officers, Rotes Kreuz und die Gemeindevorsteher) erwiesen sich aber als ausgesprochen kooperativ und hilfsbereit. Binnen weniger Stunden war ein Plan für die nächsten 4 Einsatztage aufgestellt |
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Durchfall, Hautinfektionen und Malaria
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Und so arbeiteten wir am 1. Tag in einem umfunktionierten Unterstand für Vieh nahe dem Dorf Sufaja, das immer noch unzugänglich war. Die Bewohner hatten sich in den nahegelegenen Urwald des Nationalparkes geflüchtet und hatten seit der Flut keine medizinische Hilfe bekommen. Wir behandelten viele Menschen mit Durchfallerkrankungen, Hauterkrankungen und Malaria. Am nächsten Tag konnten wir unter besseren Bedingungen im Schulgebäude des Dorfes Shiva Pur arbeiten. |
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Unschätzbare persönliche Erfahrungen
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Nach einem weiteren Behandlungstag in Shiva Pur und einer anrührenden Verabschiedung durch die Dorfbewohner ging es dann am 21. 08. zurück nach Nepalgunj – glücklicherweise liess sich der Fluss immer noch passieren. .Die Rückreise verlief dann, abgesehen von einer kompletten Strassenblockade in der Hauptstadt Kathmandu, die eine Fortbewegung mit dem Auto erheblich erschwerte, problemlos. |
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Weitere Fotos
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Weitere Fotos vom Hilfseinsatz in Nepal finden Sie hier. |
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Beitrag im Niedersächsischen Ätzeblatt
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Einen Beitrag im Niedersächsischen Ärzteblatt lesen Sie hier. |
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