Schäden an den Blutgefässen (Angiopathie)
Die hohen Blutzuckerwerte "fressen" an den grossen und kleinen Blutgefässe, ohne dass man davon etwas merkt.
Die Folgen werden leider erst nach vielen Jahren sichtbar, wenn schon erhebliche Schädigungen aufgetreten sind.
Einerseits kommt es zu einer schnelleren Verkalkung der grossen Blutgefässe. Dies geht umso schneller, je mehr sogenannte Risikofaktoren für solche Veränderungen man in sich trägt: Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Rauchen und Gefäßkranke in der Familie sind die wichtigsten.
Andererseits nehmen auch die mikroskopisch kleinen Blutgefässe Schaden. Dies führt zu den sogenannten diabetesspezifischen Folgeerkrankungen.
Am meisten Angst hat der Mensch vor dem Schlaganfall.
Meist entsteht dieser dadurch, dass ein grosses Blutgefäß, das das Gehirn mit Blut versorgt, verstopft. Leider bleiben trotz moderner Medizin immer noch viele Menschen nach einem Schlaganfall dauerhaft behindert.
Wenn ein Blutgefäß verstopft, das das Herz mit Blut versorgt, nennt man das Herzinfarkt. Glücklicherweise hat die moderne Medizin inzwischen viele Therapiemöglickeiten bereit, wenn sich ein Mensch mit akuten Herzbeschwerden schnellstmöglich in Behandlung begibt. Trotzdem sterben leider noch immer viele Menschen akut an einem Herzinfarkt,
Nicht zu vergessen ist auch die Durchblutung der Beine:
Meist bekommen zwar Raucher Probleme mit den sogenannten Raucherbeinen, das Problem wird durch einen gleichzeitig bestehenden Diabetes mellitus aber um vieles schlimmer.
Augenschäden (Retinopathie)
Die Sehkraft leidet - und leider merkt man das erst viel zu spät!
Durch über viele Jahre zu hohe Blutzuckerwerte kommt es zu Veränderungen der Netzhaut, die für das Sehen zuständig ist.
Zum Glück kann der Augenarzt Veränderungen an der Netzhaut sehr frühzeitig, lange bevor man Veränderungen der Sehkraft bemerkt, mittels einer sogenannten Augenhintergrungssspiegelung feststellen - diese Untersuchung ist bei Diabetikern im Leistungskatalog ihrer gesetzlichen Krankenversicherung.
Veränderungen lassen sich z.B. mittels Lasertherapie frühzeitig und effektiv behandeln.
Nierenschäden (Nephropathie)
Schäden an den kleinen Blutgefässen in unserem wichtigsten Entgiftungsorgan, der Niere, lassen sich sehr frühzeitig an der Ausscheidung von Eiweißkörpern über die Nieren erkennen, lange bevor man eine Verschlechterung der Nierenfunktion im Blut messen kann. Hierzu benutzt der Arzt den sogenannten Mikroalbumintest, das ist eine einfache Untersuchung des Urins.
Wenn nach vielen Jahren solche Eiweißkörper im urin festgestellt werden, kann man heute mit einer konsequenten Behandlung weitere Schäden vermeiden.
So kann man mit einem einfachen Urintest die schlimmste Folgen des Diabetes, das Nierenversagen mit Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie (Dialyse) meist verhindern.
Diabetischer Fuss
Unsere Füsse sind "die letzten Wiesen" unseres Körpers, im Empfinden des Patienten wie auch des Arztes. Trotzdem sollten insbesondere Diabetiker ihren Füssen besonderes Augenmerk widmen.
Wenn die Blutzuckerwerte langjährig erhöht sind, stellen sich aufgrund einer schlechteren Durchblutung und einer Nervenschädigung ernsthafte Veränderungen an den Füssen ein: Einerseits wird die Gefühlsempfindung schlechter, was bedeutet, dass man nicht mehr merkt, wenn man zu enge Schuhe trägt oder gar beim Barfusslaufen in etwas hineintritt. Andererseits heilen wegen der schlechteren Durchblutung Verletzungen an den Füssen schlechter.
Deshalb sollte man gerade als Diabetiker auf bequemes Schuhwerk achten. Evtl. Schwielen oder Nagelveränderungen bearbeitet am besten ein für Diabetiker speziell ausgebildeter Fußpfleger (Podologe). Ggf. ist auch ein besuch beim Orthopädieschuhtechniker sinnvoll, der geeignete Einlagen oder Maßschuhe anpassen kann.
Auf jeden Fall aber sollte jeder Diabetikers seinen Füssen besondere Sorgfalt widmen.
Nervenschäden (Neuropathie)
Die durch den Diabetes bedingte Nervenschädigung zeigt sich aber nicht nur an den Füssen.
Andere Folgen können z.B. Impotenz oder Verdauungsstörungen sein.
Abhilfe bringen hier vor allem eine bessere Blutzuckereinstellung, daneben aber auch Medikamente.
Letzte Änderung am Dienstag, 24. August 2010.